17.45 Uhr / bewölkt, 22.7° C Musik Lieblingslieder (130): Look left The Damned aus dem Album Evil spirits, England 2018
Scary dead time stories Old Glory’s flying proud Fists are raised in triumph While heads are in the sand Subterfuge and fantasy Played only to ignite While everybody’s looking left What the hell is happening right? What the hell is happening right?
Somebody tell me the truth Now youth never waits for anyone So let’s unmask the charade Our time in the shade has overrun Though the dying blooms evade the sun I’ll wait for you
Masterful illusions Digital magicians Guided by the hidden hand Lies become the facts Writers in a wrong world By shackles they are bound Censorship is slavery History has found Freedom of the mind Is freedom of the soul Fear is an impediment A fear you shouldn’t hold The decks are duly loaded But till we force their hands It's a dark romance
Somebody tell me the truth Now youth never waits for anyone So let’s unmask the charade Our time in the shade has overrun Though the dying blooms evade the sun I’ll wait for you
While everybody’s looking left What the hell is happening right? While everybody’s looking left What the hell is happening right? While everybody’s looking left What the hell is happening right? While everybody’s looking left Somebody tell me the truth Now youth never waits for anyone So let’s unmask the charade Our time in the shade has overrun Though the dying blooms evade the sun I’ll wait for you
13.00 Uhr / Leicht bewölkt, 27.1° C Der Youtube-Clip des Tages: The Hold Steady mit The Weekenders
Film My stuff von und mit Petri Luukkainen Finnland 2013-15
Als Erstes kommt der Mantel
Ein Mann läuft nackt durch Helsinki, es ist der Beginn eines Experiments: Petri Luukkainen sperrt sein Hab und Gut in ein Depot, jeden Tag holt er nur einen Gegenstand heraus. Sein Ziel: herausfinden, was glücklich macht.
Es gibt diese Killersätze aus Wohlstandsmündern; sie fallen, wenn die Kleinen im Bett sind und die ersten Flaschen Primitivo entkorkt. "Dieser ganze Kram, mit dem wir uns umgeben: Wer braucht den schon?", lautet einer von ihnen, gern gefolgt von: "Wie herrlich wäre mal ein Tag ohne Smartphone!" Dann nicken alle am Teakholztisch einträchtig, lächeln milde und schwenken die Rotweingläser, während auf dem Plattenspieler das neue Album von Neil young knisternd seine Runden dreht.
Radikaler Konsumverzicht klingt aufregend. Zumindest, wenn man genug besitzt. Allein: Wer setzt ihn in die Tat um? Der junge finnische Filmemacher Petri Luukkainen hat genau das getan. Mit 26 Jahren, als Single inmitten einer eher zarten als existentiellen Lebenskrise, wollte er wissen, was es braucht, um glücklich zu sein. Ein einjähriges Experiment begann. Dessen Verlauf lässt sich nun nachverfolgen, anhand des vergnüglichen Kinodebüts "My Stuff". Luukkainens selbst auferlegte Regeln: Alles Hab und Gut lagert in einem Raum fernab der kahlen Wohnung. Pro Tag darf er sich genau einen Gegenstand aus dem Depot zurückholen, das gesamte Jahr über allerdings nichts Neues kaufen außer Lebensmitteln. Und so beginnt der Selbstversuch mit einem nächtlichen Sprint durchs verschneite Helsinki, splitterfasernackt, mit einer Zeitung die Scham bedeckend. Am Lager angekommen, fällt die Wahl des ersten Stücks - wie hätten Sie entschieden? - auf einen Mantel. Am nächsten Morgen spricht Luukkainen selbstzufrieden in die Kamera: Wenn man die Beine in die Ärmel stecke, gebe das Kleidungsstück einen veritablen Schlafsack ab. Es sei vorweggenommen, dass die große Frage nach den Bedingungen fürs persönliche Glück auch nach 365 Tagen nicht mit einem einzigen Gegenstand zu beantworten ist - doch Luukkainen begegnet ihr ohnehin mit dankenswerter Selbstironie. Er stilisiert sein Experiment nicht zum bierernsten Selbsterfahrungstrip, sondern mehr zum sympathischen Happening, von den Freunden zwar belächelt, aber doch tatkräftig unterstützt. Manchen Erkenntniswert liefert das Ganze trotzdem. So verzichtet Luukkainen vier lange Monate freiwillig aufs Handy - was sich als härtere Probe für die Freunde herausstellt als für ihn selbst. Elementar sind andere Dinge. Ein Hemd folgt auf Schuhe, nach einer Woche die Matratze. "Heute Nacht ist so viel Liebe in meinem Bett wie nie zuvor", murmelt Luukkainen, bevor er in den Schlaf abgleitet, erstmals wieder nicht auf dem nackten Fußboden. Improvisationskunst ist ständig gefragt: Die Fensterbank ersetzt den Kühlschrank, der Zeigefinger sowohl Zahnbürste als auch Streichmesser. Schon früh verzichtet Luukkainen wochenlang ganz darauf, Dinge aus dem Depot zu holen. Mit etwa hundert Gegenständen lasse es sich gut auskommen, stellt er fest. Doch noch bevor das Interesse des Zuschauers an der Frage zu erlahmen droht, ob die nächste Wahl nun auf Frotteehandtuch oder Fischmesser fällt, tritt eine Frau in Luukkainens Leben. Der Film nimmt eine Wendung, und sie tut ihm gut. Nun steht nicht mehr nur Luukkainen selbst im Mittelpunkt - ist doch eine Ich-Geschichte immer auch narzisstische Fütterung -, sondern es stellt sich zugleich die Frage: Würde ich Verrat an meinem Experiment begehen, zugunsten der Liebe? Eine große Stärke des Films besteht darin, dass er nicht belehrend daherkommt. Diese Gefahr hätte durchaus bestanden, schlüpft hier doch einer stellvertretend für uns alle in die Rolle des Versuchskaninchens. Doch "My Stuff" verzichtet auf den erhobenen Zeigefinger, auch auf eine universelle Moral der Geschichte. Jeder darf sich, so suggeriert der Film, aus ihr herausgreifen, was er mag, sich zunächst aber mal unterhalten lassen.
Dass "My Stuff" zum erstaunlich kurzweiligen Vergnügen gerät, liegt nicht zuletzt auch an Luukkainens filmischen Mitteln. Mit Rückblenden lockert er seinen Selbstversuch auf, für einen Dokumentarfilm sind die Einstellungen angenehm stilvoll inszeniert. Dazu taucht der finnische Jazzsaxofonist Timo Lassy die Bilder immer wieder in eine passende, melancholische Stimmung. Dass sich in der Geschichte derweil auffallend viele Dinge wie von Geisterhand fügen, macht ein wenig skeptisch; doch dem Film kommt es zugute.
Vordergründig krankt "My Stuff" nur an einem zentralen Punkt: Denn als jener konsumsüchtige Mensch, als den sich Luukkainen zu Beginn beschreibt, erscheint er gar nicht. Eine Kamerafahrt vor Beginn des Experiments zeigt die Wohnung eines durchschnittlichen Mittzwanzigers; Küchenmixer, Fernseher und Plattensammlung zählen zu den exaltiertesten Besitztümern des jungen Mannes. Dem Film mangelt es so zwar an Fallhöhe, doch letztlich entpuppt sich gerade die Austauschbarkeit Luukkainens als Chance, bietet sie dem Zuschauer doch ungleich mehr Identifikationspotenzial, als das bei einem echten Konsum-Junkie der Fall gewesen wäre. Und der, so lässt sich vermuten, hätte sich diesen Wahnsinn ohnehin niemals angetan. Kaspar Heinrich im Spiegel
16.45 Uhr / schwül, gewitterhaft, 26.1° C Musik Everything is going to be alright. Maybe not today. But eventually? Playlist Juni Wunderbar melodisch geht'slos mit CuckooLander, und ihr Video ist ebenso toll, wie der Song. Ein eher gesitteter Besuch der Idles folgt. Laura Marling und Mike Lindsay sind Lump, ein Lied aus ihrem eben erschienenen schönen neuen Album. Gruppe des Monats, für mich, die aktuell beste Indie-Rock-Band, die Liminanas aus Frankreich. Sie haben eben ihr 6. Album veröffentlicht. Aus der Rubrik early days (jaja, lang ist auch das schon wieder her) der grossartige Arthur R. Und zum Schluss noch ein stimmig schludriges Liedchen von Otha. Und gleich gibt's ein Gewitter...
CuckooLander mit Beating myself up
Idles mit Thieves
Lump mit Late to flight Late to the flight Take your seat next to the woman in white By candle light Don't wear your smiley face t-shirt tonight
Liminanas mit Russian Roulette
Liminanas mit Pink Flamingos
Liminanas mit La mercedes de couleur gris métallisé
12.30 Uhr / schön, 23.4° C Der Youtube-Clip des Tages: Jimmy Page und Chris Farlowe mit Prison Blues
Fussball Abgesang Barnet Bees: Abstieg in die National League (5. Liga) Barnet FC - Chesterfield FC 3:0 (1:0) Samstagnachmittag, The Hive, 5553 Zuschauer (Saisonrekord) 42. Johnboy Akinde 1:0, 81. Brindley 2:0, 88. Nicholls 3:0 Schlussrangliste: 22. Morecambe 46 Punkte, Tore -15 23. Barnet 46 Punkte, Tore -19, Abstieg 24. Chesterfield 38 Punkte, Abstieg Es hat nicht sollen sein! Völkerwanderung am Samstagnachmittag ins Hive. Alle waren sie gekommen um die Bees gegen den Abstieg zu unterstützen. Aber es hat nicht sollen sein... Morecambe ermauerte sich in Coventry ein 0:0 und somit konnten sich die Shrimps, dank besserem Torverhältnis, den Verbleib in der Liga sichern. Bei Barnet rächte es sich, dass Mad Dog Martin Allen zu spät verpflichtet wurde. Der frühere Retter hätte es beinahe wieder geschafft. In seiner kurzen Amtszeit erreichte er in 6 Spielen 5 Siege... So wurde es ein tieftrauriges Wochenende. Es wird schwer, aus der National League wieder aufzusteigen. Dort tummeln sich mittlerweile viele Traditionsvereine und ehemalige Grössen wie Wrexham, Leyton Orient, Hartlepool, Chester oder Halifax.
8.55 Uhr / bewölkt, 11.8° C Der Youtube-Clip des Tages: Richard Hawley mit What love means
Fussball Still alive! Morecambe FC - Barnet FC 0:1 (0:0) Samstagnachmittag, Globe Arena, 2073 Zuschauer 79. Nicholls 0:1 Aktueller Tabellenstand der Bees: 23. (von 24) Die allerallerletzte Chance gegen die Shrimps genutzt! Gegen den letzten ebenfalls abstiegsbedrohten Club, Morecambe, haben die Barnet Boys ihre letzte Chance genutzt und verdient gewonnen. So haben sie vor der letzten und entscheidenden Meisterschaftsrunde immer noch die Möglichkeit, sich zu retten. Die Ausgangslage: 22. Morecambe 45 Punkte 23. Barnet 43 Punkte 24. Chesterfield 35 Punkte (Absteiger) Morecambe spielt auswärts bei Coventry, das am Samstag 6:1 in Cheltenham gewann. Barnet spielt im Hive gegen das bereits abgestiegene Chesterfield. Können sich die Bees, wie viele Jahre zuvor, in der letzten Runde vor dem Abstieg retten? Das wichtigste Fussballspiel des Jahres steht an!
17.45 Uhr / schön, 27.1° C (!) Musik Lieblingslieder (129): Regional Echo Jen Cloher aus dem Album Jen Cloher, Australien 2017
Noisy Minas Bully the suburbs Out beyond the haze Seaside holiday houses Lay quiet as a grave Tombs of dreams past Wealth gone to waste The Australian dream is fading Stolen anyway I’m never gonna lose my head To a setting sun I’m never gonna dream of things That just can’t be done Pavement’s too hot to walk on barefoot So you hop and skip Prawns in wheelie bins marinate A cocktail of stink Bat swaying on The power line Wings open in surrender This is how you die I’m never gonna lose my head To a setting sun I’m never gonna dream of things That just can’t be done I’m never gonna say, never gonna do, never gonna be Anything more than what’s expected of me
18.10 Uhr / schön, 21.7° C (!) Der Youtube-Clip des Tages: Kevin Morby mit Beautiful Strangers
Fussball Grimsby Town FC - Barnet FC 2:2 (1:0) Samstagnachmittag, Blundell Park, 5416 Zuschauer 6. Collins 1:0, 62. Akpa Akpro 1:1, 79. Weston 1:2, 82. Rose (Pen.) 2:2 Aktueller Tabellenstand der Bees: 24. (von 24) Noch vier Runden... Im Duell der beiden abstiegsgefährdeten Teams gab's wieder kein Sieg. Die Chancen, sich auch dieses Jahr wieder in extremis vor dem Abstieg zu retten, sinken für die Barnet Boys...
Video Highlights Und noch ein Video von einem Grimsby-Fan. Wunderbare Impressionen zum Viertliga-Fussball in England, aus Zuschauersicht. Unbedingt anschauen!