18.00 Uhr / schön und heiss, 34.1° C (!) Der Youtube-Clip des Tages: Gia Margaret mit Groceries (aus dem neuen Album)
Fussball Der SC Brühl, der FC St. Pauli und der Barnet FC haben den Meisterschaftsbetrieb noch nicht aufgenommen. Der FC Winterthur hat nach seiner Startniederlage in Wil (0:2), das erste Heimspiel nach einer starken zweiten Halbzeit gegen Aarau 3:1 (0:0) gewonnen. 3400 Zuschauer kamen bei tropischen Temperaturen auf die Schützi und waren in bester Stimmung! Aussie Rules Richmond Tigers - Collingwood Magpies 105:77 Samstagnachmittag, MCG, 88'180 Zuschauer Die besten Torschützen bei den Maggies: Thomas 4 und Hoskin-Elliott mit 3 Goals Die Besten bei den Maggies: Grundy, Pendles, Thomas, Greenwood Aktueller Tabellenstand der Maggies: 3. (von 18) Footy vom Allerfeinsten! Grossartiges Spiel des Meisters und Tabellenführers aus dem Tigerland und den Elstern! Über weite Strecken ausgeglichen mit unzähligen Highlights auf beiden Seiten. Wunderbar...
Video-Highlights Old Mentonians -Fitzroy FC 66:138 Samstagnachmittag, Keysboroughfields Die besten Torschützen der Royboys: Angiollela, Baker und Lazzaro je 3 Goals Die Besten bei den Royboys: Pettigrove, Clayton und McWhinney Aktueller Tabellenstand der Royboys: 2. (von 10) Weiterer Kantersieg. Ein Platz in den Finals, im Kampf für den sofortigen Wiederaufstieg scheint bereits auf sicher. Well done, Royboys!
20.00 Uhr / schön, 30.7° C Musik North winds have made my face a little older... Playlist Juli Leichtes, Melancholisches und Lüpfiges an diesen warmen Sommertagen! Kath Bloom, immer noch auf Tour durch Musikclubs, eröffnet das Concerto. Dauerbrenner Andrew Bird folgt mit einer neueren Aufnahme. Neu diesen Monat auch das Debut-Album von Gia Margaret, die bis dahin mit Live-Aufnahmen nur im Internet zu sehen und zu hören war. Frau Harding aus Neuseeland, aktuell eine der interessantesten Indie-Musikerinnen, folgt mit einer Live-Aufnahme von KEXP. Musikerin des Monats Juli ist die bis anhin bei uns nicht sehr bekannte Amerikanerin Corrina Repp. Dies, obwohl sie schon 20 Jahre musiziert. Zwei Songs von ihr. Newcomers Sea Berth haben ein sauberes Album veröffentlicht. Den Abschluss diesmal aus der Rubrik early days: Liz Fraser, hier mit Cocteau Twins, und pure Rock mit den Black Crows! Wohl bekomm's!
20.05 Uhr / schön, 28.0° C Musik / Alben, die Mann nicht vergisst!
Moonlight Kath Bloom und Loren MazzaCane Connors Alternative Folk, USA 1984 Das Album der amerikanischen Singer/Songwriterin Kath Bloom und dem Avantgarde-Gitarristen Loren MazzaCane (seinen bürgerlichen Nachnamen Connors lässt er als Musiker weg) erschien 1984 in einer Kleinstauflage von nur 300 Tonträgern. In der Folge zerstritten sich die beiden leider wegen der Kosten der Produktion... Auf das Album bin ich erst einige Jahre später gestossen: Youtube sei Dank! Die Stimmung der Lieder ist einzigartig. Die klagende melancholische Stimme von Kath und die weinende Gitarre von Loren gehen (mir) unter die Haut. Und bis heute habe ich keine Musiker gehört, die in einer ähnlichen Art und Weise musiziert haben. Kath veröffentlicht nach wie vor schöne, ruhige Folk-Alben. Loren MazzaCane leidet leider an fortgeschrittener Parkinson.
19.45 Uhr / klar, Bise, 20.3° C Musik / Coverversionen
Madame George Van Morrison, aus dem Album Astral Weeks, England 1968 Madame George ist, seit meiner frühsten Jugendzeit, einer meiner Allzeit-Lieblingslieder. Neben dem fantastischen Original von Van Morrison haben unzählige, vor allem britische, Musiker den Song gecovert. Einige herausragende im Anhang.
Down on Cyprus Avenue With a childlike vision leaping into view Clicking, clacking of the high heeled shoe Ford and Fitzroy, Madame George
Marching with the soldier boy behind He's much older now with hat on drinking wine And that smell of sweet perfume comes drifting through The cool night air like Shalimar
And outside they're making all the stops The kids out in the street collecting bottle-tops Gone for cigarettes and matches in the shops Happy taken Madame George That's when you fall Whoa, that's when you fall Yeah, that's when you fall When you fall into a trance
Sitting on a sofa playing games of chance With your folded arms and history books You glance into the eyes of Madame George And you think you found the bag You're getting weaker and your knees begin to sag In a corner playing dominoes in drag The one and only Madame George
And then from outside the frosty window raps
She jumps up and says, Lord, have mercy I think it's the cops And immediately drops everything she gots Down into the street below And you know you gotta go On that train from Dublin up to Sandy Row Throwing pennies at the bridges down below And the rain, hail, sleet, and snow
Say goodbye to Madame George Dry your eye for Madame George Wonder why for Madame George
And as you leave, the room is filled with music Laughing, music, dancing, music all around the room And all the little boys come around, walking away from it all
So cold, and as you're about to leave She jumps up and says, hey love, you forgot your gloves And the gloves to love, to love the gloves To say goodbye to Madame George Dry your eye for Madame George Wonder why for Madame George Dry your eyes for Madame George
Say goodbye in the wind and the rain on the back street In the backstreet, in the back street Say goodbye to Madame George In the backstreet, in the back street, in the back street Down home, down home in the back street Gotta go, say goodbye, goodbye, goodbye Dry your eye, your eye, your eye, your eye, your eye
Say goodbye to Madame George And the loves to love to love the love Say goodbye, goodbye, goodbye Say goodbye goodbye, goodbye, goodbye to Madame George Dry your eye for Madame George Wonder why for Madame George The love's to love, the love's to love, the love's to love Say goodbye, goodbye
Get on the train Get on the train, the train, the train This is the train, this is the train Whoa, say goodbye, goodbye, goodbye, goodbye Get on the train, get on the train
17.45 Uhr / bewölkt, 22.7° C Musik Lieblingslieder (130): Look left The Damned aus dem Album Evil spirits, England 2018
Scary dead time stories Old Glory’s flying proud Fists are raised in triumph While heads are in the sand Subterfuge and fantasy Played only to ignite While everybody’s looking left What the hell is happening right? What the hell is happening right?
Somebody tell me the truth Now youth never waits for anyone So let’s unmask the charade Our time in the shade has overrun Though the dying blooms evade the sun I’ll wait for you
Masterful illusions Digital magicians Guided by the hidden hand Lies become the facts Writers in a wrong world By shackles they are bound Censorship is slavery History has found Freedom of the mind Is freedom of the soul Fear is an impediment A fear you shouldn’t hold The decks are duly loaded But till we force their hands It's a dark romance
Somebody tell me the truth Now youth never waits for anyone So let’s unmask the charade Our time in the shade has overrun Though the dying blooms evade the sun I’ll wait for you
While everybody’s looking left What the hell is happening right? While everybody’s looking left What the hell is happening right? While everybody’s looking left What the hell is happening right? While everybody’s looking left Somebody tell me the truth Now youth never waits for anyone So let’s unmask the charade Our time in the shade has overrun Though the dying blooms evade the sun I’ll wait for you
13.00 Uhr / Leicht bewölkt, 27.1° C Der Youtube-Clip des Tages: The Hold Steady mit The Weekenders
Film My stuff von und mit Petri Luukkainen Finnland 2013-15
Als Erstes kommt der Mantel
Ein Mann läuft nackt durch Helsinki, es ist der Beginn eines Experiments: Petri Luukkainen sperrt sein Hab und Gut in ein Depot, jeden Tag holt er nur einen Gegenstand heraus. Sein Ziel: herausfinden, was glücklich macht.
Es gibt diese Killersätze aus Wohlstandsmündern; sie fallen, wenn die Kleinen im Bett sind und die ersten Flaschen Primitivo entkorkt. "Dieser ganze Kram, mit dem wir uns umgeben: Wer braucht den schon?", lautet einer von ihnen, gern gefolgt von: "Wie herrlich wäre mal ein Tag ohne Smartphone!" Dann nicken alle am Teakholztisch einträchtig, lächeln milde und schwenken die Rotweingläser, während auf dem Plattenspieler das neue Album von Neil young knisternd seine Runden dreht.
Radikaler Konsumverzicht klingt aufregend. Zumindest, wenn man genug besitzt. Allein: Wer setzt ihn in die Tat um? Der junge finnische Filmemacher Petri Luukkainen hat genau das getan. Mit 26 Jahren, als Single inmitten einer eher zarten als existentiellen Lebenskrise, wollte er wissen, was es braucht, um glücklich zu sein. Ein einjähriges Experiment begann. Dessen Verlauf lässt sich nun nachverfolgen, anhand des vergnüglichen Kinodebüts "My Stuff". Luukkainens selbst auferlegte Regeln: Alles Hab und Gut lagert in einem Raum fernab der kahlen Wohnung. Pro Tag darf er sich genau einen Gegenstand aus dem Depot zurückholen, das gesamte Jahr über allerdings nichts Neues kaufen außer Lebensmitteln. Und so beginnt der Selbstversuch mit einem nächtlichen Sprint durchs verschneite Helsinki, splitterfasernackt, mit einer Zeitung die Scham bedeckend. Am Lager angekommen, fällt die Wahl des ersten Stücks - wie hätten Sie entschieden? - auf einen Mantel. Am nächsten Morgen spricht Luukkainen selbstzufrieden in die Kamera: Wenn man die Beine in die Ärmel stecke, gebe das Kleidungsstück einen veritablen Schlafsack ab. Es sei vorweggenommen, dass die große Frage nach den Bedingungen fürs persönliche Glück auch nach 365 Tagen nicht mit einem einzigen Gegenstand zu beantworten ist - doch Luukkainen begegnet ihr ohnehin mit dankenswerter Selbstironie. Er stilisiert sein Experiment nicht zum bierernsten Selbsterfahrungstrip, sondern mehr zum sympathischen Happening, von den Freunden zwar belächelt, aber doch tatkräftig unterstützt. Manchen Erkenntniswert liefert das Ganze trotzdem. So verzichtet Luukkainen vier lange Monate freiwillig aufs Handy - was sich als härtere Probe für die Freunde herausstellt als für ihn selbst. Elementar sind andere Dinge. Ein Hemd folgt auf Schuhe, nach einer Woche die Matratze. "Heute Nacht ist so viel Liebe in meinem Bett wie nie zuvor", murmelt Luukkainen, bevor er in den Schlaf abgleitet, erstmals wieder nicht auf dem nackten Fußboden. Improvisationskunst ist ständig gefragt: Die Fensterbank ersetzt den Kühlschrank, der Zeigefinger sowohl Zahnbürste als auch Streichmesser. Schon früh verzichtet Luukkainen wochenlang ganz darauf, Dinge aus dem Depot zu holen. Mit etwa hundert Gegenständen lasse es sich gut auskommen, stellt er fest. Doch noch bevor das Interesse des Zuschauers an der Frage zu erlahmen droht, ob die nächste Wahl nun auf Frotteehandtuch oder Fischmesser fällt, tritt eine Frau in Luukkainens Leben. Der Film nimmt eine Wendung, und sie tut ihm gut. Nun steht nicht mehr nur Luukkainen selbst im Mittelpunkt - ist doch eine Ich-Geschichte immer auch narzisstische Fütterung -, sondern es stellt sich zugleich die Frage: Würde ich Verrat an meinem Experiment begehen, zugunsten der Liebe? Eine große Stärke des Films besteht darin, dass er nicht belehrend daherkommt. Diese Gefahr hätte durchaus bestanden, schlüpft hier doch einer stellvertretend für uns alle in die Rolle des Versuchskaninchens. Doch "My Stuff" verzichtet auf den erhobenen Zeigefinger, auch auf eine universelle Moral der Geschichte. Jeder darf sich, so suggeriert der Film, aus ihr herausgreifen, was er mag, sich zunächst aber mal unterhalten lassen.
Dass "My Stuff" zum erstaunlich kurzweiligen Vergnügen gerät, liegt nicht zuletzt auch an Luukkainens filmischen Mitteln. Mit Rückblenden lockert er seinen Selbstversuch auf, für einen Dokumentarfilm sind die Einstellungen angenehm stilvoll inszeniert. Dazu taucht der finnische Jazzsaxofonist Timo Lassy die Bilder immer wieder in eine passende, melancholische Stimmung. Dass sich in der Geschichte derweil auffallend viele Dinge wie von Geisterhand fügen, macht ein wenig skeptisch; doch dem Film kommt es zugute.
Vordergründig krankt "My Stuff" nur an einem zentralen Punkt: Denn als jener konsumsüchtige Mensch, als den sich Luukkainen zu Beginn beschreibt, erscheint er gar nicht. Eine Kamerafahrt vor Beginn des Experiments zeigt die Wohnung eines durchschnittlichen Mittzwanzigers; Küchenmixer, Fernseher und Plattensammlung zählen zu den exaltiertesten Besitztümern des jungen Mannes. Dem Film mangelt es so zwar an Fallhöhe, doch letztlich entpuppt sich gerade die Austauschbarkeit Luukkainens als Chance, bietet sie dem Zuschauer doch ungleich mehr Identifikationspotenzial, als das bei einem echten Konsum-Junkie der Fall gewesen wäre. Und der, so lässt sich vermuten, hätte sich diesen Wahnsinn ohnehin niemals angetan. Kaspar Heinrich im Spiegel
16.45 Uhr / schwül, gewitterhaft, 26.1° C Musik Everything is going to be alright. Maybe not today. But eventually? Playlist Juni Wunderbar melodisch geht'slos mit CuckooLander, und ihr Video ist ebenso toll, wie der Song. Ein eher gesitteter Besuch der Idles folgt. Laura Marling und Mike Lindsay sind Lump, ein Lied aus ihrem eben erschienenen schönen neuen Album. Gruppe des Monats, für mich, die aktuell beste Indie-Rock-Band, die Liminanas aus Frankreich. Sie haben eben ihr 6. Album veröffentlicht. Aus der Rubrik early days (jaja, lang ist auch das schon wieder her) der grossartige Arthur R. Und zum Schluss noch ein stimmig schludriges Liedchen von Otha. Und gleich gibt's ein Gewitter...
CuckooLander mit Beating myself up
Idles mit Thieves
Lump mit Late to flight Late to the flight Take your seat next to the woman in white By candle light Don't wear your smiley face t-shirt tonight
Liminanas mit Russian Roulette
Liminanas mit Pink Flamingos
Liminanas mit La mercedes de couleur gris métallisé